Tolle XC Flüge

Fliegen ist ein Privileg

Beat - Wengi - Tramlan - Gänsbrunnen

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Trotz FLY-IN Ansage „Raimeux wegen zu vielen Piloten an der Wengi“ entscheide ich mich, am Karfreitag an die Wengi zu gehen. Plan war, wieder einmal Nachhause zu Fliegen und auf dem Sportplatz hinter meinem Haus zu landen. Die Bise sollte höchstens schwach sein.

Wie zu erwarten, war die Wengi sehr stark frequentiert. Mit etwas Geduld – für ins Baselbiet brauche ich ja nicht den ganzen Nachmittag – starte ich erst kurz nach 13:00 Uhr. Links abdrehen und schon geht’s im Standartschlauch hoch. Nach rund 20 Minuten erreiche ich 2‘000 m – TMA nicht aktiv! Ich steige weiter bis zur Basis bei 2‘250 m. Schon bald merke ich, dass die Bise trotz Wetterbericht deutlich zu spüren war. Ins Baselbiet „kämpfen“ oder lieber ab Richtung Westen? Ich entscheide mich für Variante zwei, vor allem auch weil ich diese Richtung noch schlecht kenne. Mit dem Wind im Rücken geht’s zügig voran. Ein Nachteil des späten Abflugs ist, dass praktisch alle Streckenpiloten schon weg sind (nix mit Nachfliegen). Also gilt für mich Grundsatz eins: immer die maximale Höhe ausdrehen. Ich bleibe vorerst auf der zweiten Jurakette. Nach der Querung von Gänsbrunnen bin ich knapp unter 1‘400 m. Doch bereits 15 Minuten später zeigt mein Vario 2‘500 m. Das macht richtig Spass. An Moutier vorbei kommen nun für mich unbekannte Gebiete. Mit dem Motorrad unterwegs sieht der Jura definitiv anders aus als von der Luft her betrachtet! Ich verlasse mich nun auf das gelernte aus dem Thermik Camp bei Kari und orientiere mich zudem am Wolkenbild. Es funktioniert ganz gut – doch das liegt wohl weniger an meinem Können als vielmehr an den super Flugbedingungen. Denn wie hat einer am Startplatz gesagt: „Heute könnte man wohl auch mit einer Schaltafel fliegen“!
Ich erreiche Tramelan – es ist bereits 16:00 Uhr. Ich entscheide mich zum Wenden. Nun sind viele Piloten auf dem Rückweg. Das macht es etwas einfacher. Die Basis ist bereits bei 2‘700 m. Ab und zu ein Foto und weiter geht’s. Es macht richtig Spass – Fliegen zum Geniessen. Im Gegensatz zum Hinflug fliege ich nun eine Kette nördlicher. Bei Moutier entschliesse ich mich, wieder auf die vordere, zweite Kette zu wechseln. Wohl kein so guter Entscheid. Allerdings ist es bereits 17:30 Uhr. Das Gebiet etwas zu wenig im Kopf fliege ich auf die südliche Seite der Kette und komme ins Lee. Jetzt geht’s schnell und schon stehe ich am Boden. Halb so schlimm – nach 4 Stunden und 43 Minuten voller fantastischer Eindrücke war ich einfach nur glücklich. Den Schirm noch nicht gerafft hält schon ein Auto. Ein Vater ist mit seinem Sohn – auch Pilot – als Rückholdienst unterwegs und bringt auch mich nach Matzendorf zu meinem Auto.
Mein bisher weitester Flug – aber noch viel wichtiger – ein unbeschreibliches Gefühl von Glück und Zufriedenheit. „Fliege isch eifach geil“!