Tolle XC Flüge

Fliegen ist ein Privileg

Simi - Pfingesten am Cimetta

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Die Pfingsten verbrachten wir mit Freunden im Tessin, aber am zweitletzten Tag gelang es mir doch noch, mich wegzuschleichen ;-) Den Cimettastartplatz konnte ich die ganze Woche von der Terrasse oder während einer Wandertour im Auge behalten und am Abend ein zwei von den gemachten Flügen studieren. Obwohl seit Tagen eine Nord-Ost Strömung die Oberhand hatte wurde gut geflogen. Während der Bergfahrt kam ich mit einem Deutschen ins Gespräch, der schon ein paar Jahre da fliegt und mir ein paar gute Tipps geben konnte. Seine geplante Route via Bellinzona Richtung San Bernadino zu fliegen hörte sich gut an.

Die Cimetta zeigte sich von ihrer besten Seite. Blauer Himmel mit Kumuli, Windfahne schön im Aufwind, riesiger Startplatz was will man mehr? Nichts wie weg.
Nach dem ich auf 2700 m aufgedreht hatte musste ich mich endgültig entscheiden, Osten oder Westen? Ich entschied mich für Westen mit Ziel Santa Maria Maggiore und dann mal schauen wie stark der Wind weht.
Es lief recht gut, einfach immer gut Höhe bunkern, denn im Cento Valli hat‘s sehr viele Kabel und wenige Landeplätze, manchmal auch keinen, dafür aber jede Menge Wald. Auf halbem Weg kommt mir ein Schlafsackflieger entgegen, aha es geht auch zurück.

Es ist eine unheimlich abwechslungsreicher Flug, tolle Aussicht (Seeblick), schöne Querungen(Onsernonetal) und bizarre Felslandschaften. Auf dem Rückflug ob Versio schaffe ich es um wenige Meter nicht vor die Kuppe zu kommen, was zur Folge hat dass ich gegen den Talwind keine Chance habe und parallel zum Hang im Lee Richtung Maggiatal absaufe. Ich habe das Fahrgestell schon ausgefahren als ich realisiere dass an der anderen Hangseite der Talwind aufprallt und die Äste verheissungsvoll hangaufwärts rascheln. Jupi, es geht weiter, vorbei an verlassenen Alpen und Dörfer wie ich es im Tessin noch nie gesehen habe. (Ideal für Sekten)

Mit wieder gut zweitausend Metern und einer drückenden Blase entscheide ich die Höhe zu nutzen und mich mit Hilfe des Talwindes und der schwächer werdenden Sonne über das Verzascatal weg, Richtung Bellinzona tragen zu lassen. Mein Landebier genoss ich im Zug auf der Rückfahrt nach Locarno. Ein unvergesslicher Flug.